St. Michael-Eppan

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„Über die Kellerei Sankt Michael-Eppan könnte man ganze Bücher verfassen. Genauso über ihren historischen Kellermeister Hans Terzer, ein wahres Monument der Südtiroler Weinlandschaft. Entscheidend sind aber letztlich die Produkte, und die haben mittlerweile ein Niveau erreicht, bei dem nur wenige Paroli bieten können, darunter sind auch ein paar Nobeletiketten, angesichts derer nicht bloß unsere Juroren glänzende Augen bekommen.“ – Gambero Rosso

Die Geschichte der Kellerei St. Michael-Eppan
Tradition und Erfahrung prägen die 98jährige Geschichte der Kellerei St. Michael-Eppan. Im Juni 1907, in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, gegründet, setzte sich die Genossenschaft seit Anbeginn für die Förderung der Qualitätsproduktion im Weinbau und für die Sicherung eines angemessenen Einkommens für die Weinbauern ein. 1909 wurde das Kellereigebäude im klassischen Jugendstil fertiggestellt. Die Pläne und die Bauweise dieser Zeit zeigen, mit welch weitblickenden kellertechnischen Richtlinien bereits damals gebaut wurde. Die gesamte bauliche Anlage ist noch heute in ihren Wesenszügen voll in Funktion. Nach den traditionellen Holzfässern kam 1933 das erste Glasfass in den Keller. 1959 wurden die ersten Eisenbetonzisternen eingebaut und ab 1970 die ersten Stahltanks angekauft. 1975 wurde die neue Lager- und Abfüllhalle mit angrenzenden Verkaufsladen gebaut und 1980 kam der neue Gärkeller hinzu. In diesen Jahren kamen auch die ersten, heute nicht mehr wegzudenkenden, Barriques in die Keller. Ein Stück mit einer bewegten Geschichte mit vielen Hochs und Tiefs.

Die Kellerei
Über die Jahrzehnte hinweg ständig erweitert, modernisiert und den jeweils neuesten Erfordenissen angepasst, bildet der große und tief greifende Umbau der letzten Jahre einen vorerst letzten Höhenpunkt in der Baugeschichte der Kellerei. Alt und Neu, Tradition und Moderne bilden in St. Michael-Eppan eine äußerst harmonische und funktionale Symbiose. Neben den traditionellen Holzfässern aus der Gründerzeit garantiert die neueste Kellertechnologie für höchste Qualität. Verwaltungs- und Representationsräume sind neu und ansprechend gestaltet. Der neue Weinladen im mediterran geprägten Eingangsbereich der Kellerei lädt zum Verkosten und Kennenlernen der Weine von St. Michael-Eppan ein. Seit ihren Anfängen hat die Kellerei immer ein klares Ziel und ein wichtiges Leitmotiv vor Augen: Sie will mehr als bloß „Weine machen“. Der Ehrgeiz der Kellerei St. Michael-Eppan besteht darin, zu den besten Produzenten in Süditorl zu zählen. Das ist ein hoher Anspruch und kein einfacher Weg. Die Eppaner gehen ihn mit aller Konsequenz – und mit großem Erfolg.

Die Genossen
In der Kellerei St. Michael-Eppan haben sich 350 Genossenschaftsmitglieder und Weinbauern mit ihren Familien einem gemeinsamen Ziel verschrieben: der Qualität. Vom Weinberg bis hin zum fertigen Wein in der Flasche zieht sich dieser Leitsatz durch wie ein roter Faden. Vom Hobbybauer mit wenigen tausend Quadratmetern Weinbergen über den Nebenerwerbsbauer, der an den Wochenenden und in seiner Freizeit seine Weingüter mit viel Liebe bearbeitet, bis hin zu den engagierten kleineren und größeren Familienbetrieben: Es ist ein buntes Mosaik an Charakteren und Persönlichkeiten, die alle unter dem gemeinsamen Dach der Kellerei arbeiten – mit einer reichen Vielfalt an Lagen und Sorten. Die Arbeit im Weinberg ist für die Weinbauern oft hart und mühsam. Auf den teils steilen Hanglagen ist viel Fleiß und Einsatz notwendig, um beste Qualitäten zu produzieren. Wenn dann zur Zeit der Weinlese die ganze Familie im Weinberg bei der Arbeit ist, die Ärmel hochkrempelt und der Ertrag eines ganzen Jahres in die Kellerei gebracht wird, dann ist dies wohl der schönste Augenblick im Jahreskreislauf eines jeden Weinbauern. Die Mühe hat sich gelohnt. Der Preis für alle Mitglieder ist der gemeinsame Erfolg ihrer Kellerei. Und die guten Tropfen, mit denen alle gerne auf ihr gemeinsames Wohl anstoßen.

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St. Michael-Eppan bei www.gerardo.de

Die Lagen
Die Arbeit beginnt im Weinberg. Klima, Topographie und Böden sind das natürliche Umfeld der Rebe. Dieses Umfeld zu pflegen und möglichst naturnah und schonend zu bearbeiten, das ist eine entscheidende Aufgabe. Durch umweltfreundliche Arbeit im Weinberg wird dazu beigetragen, dass das biologische Gleichgewicht der Rebe auf eine natürliche Weise gefördert wird. Grünsaat zwischen den Rebzeilen reguliert den Luft- und Wasserhaushalt im Boden, fördert die Humusbildung, schützt vor Erosion und ist willkommener Lebensraum für Nützlinge. Vorrangig und gezielt werden organische Düngemittel eingesetzt. Biologische Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen setzen sich immer mehr durch. Rechtzeitig durchgeführte und gezielte Laubarbeiten förder zudem Licht- und Luftdurchlässigkeit und beugen dem Befall von Schädlingen und Krankheiten der Trauben vor. Die klassische Südtiroler Erziehungsform in den Hanglagen ist nach wie vor die Pergel. Diese wird aber zunehmend von der Drahtrahmen-Erziehung, dem Gujot-System, abgelöst. In den Ebenen und leichten Hanglagen hat sich bei allen Rebsorten, mit Ausnahme vom Vernasch, das Gujot-System durchgesetzt. Nicht nur die kostengünstigere Erstellung und der geringere Bearbeitungsaufwand sprechen für dieses neue Erziehungssystem. Kleinere Ertragsmengen mit höhrerer Traubenqualität haben die Weinbauern zur Umstellung in den Weinbergen bewogen. Beratung und Besprechung mit den Weinbauern, Lokalaugenscheine, Empfehlungen für Sorten, neue Anlagen, Erziehungssysteme und Pflegemaßnahmen stehen auf der Tagesordnung. Hinzu kommt die Erstellung des Ernteplanes gemeinsam mit den Winzern.

St. Michael Eppan, die innovative Kellerei an der Südtiroler Weinstraße, zählt nicht nur zu den besten Kellereien Südtirols, sondern auch zu den führenden ganz Italiens. Mit 350 Mitgliedern, 355 Hektar Anbaufläche und 2,5 Millionen verkauften Flaschen pro Jahr hat sich St. Michael-Eppan einen Namen aufgebaut, der heute in aller Munde ist. Allein die Etikette „St. Valentin“ genügt, um das Herz eines jeden Weinfreundes und -kenners höher schlagen zu lassen. Aus der langen Liste der Auszeichnungen sei nur eine ganze besonders erwähnt: Der Weinführer „I Vini d“Italia“ von Gambero Rosso & Slow Food hat St. Michael-Eppan italienweit zur „cantina dell‘ anno 2000“, zur besten „Kellerei des Jahres 2000“ ernannt. Kellermeister Hans Terzer – einer der bekanntesten Vorreiter in Sachen Südtiroler Weißweine – wurde in diesem Zusammenhang zu einem der zehn weltbesten Winemaker gekürt.

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