Sangiovese

on

Sangiovese ist die wichtigste und meistangebaute Rotweinrebsorte Italiens, ihr Anbauzentrum liegt in Mittelitalien. Die Sangiovese ist mit Wahrscheinlichkeit die ältestet Rebsorte Italiens, die professionell in Kultur genommen wurde, ihr Ursprung liegt vermutlich in der Toskana. Von der Romagna bis nach Apulien ist diese Rebsorte anzutreffen, doch Toskana, Umbrien und die Marken sind die Hochburgen des Sangiovese Anbaus. Die wichtigsten Weine nennen sich Sangiovese di Romagna, Chianti, Chianti Classico, Rosso- und Brunello di Montalcino, Vino Nobile di Montepulciano und viele mehr. In den umbrischen Weinen von Torgi und Montefalco ist Sangiovese ebenso vertreten wie in Rosso Conero und Rosso Piceno aus den Markten.

Das Potenzial
Aufsehen erregte das Potenzial der Sangiovese zuerst in hochwertigen Chianti und noch mehr im Brunello di Montalcino. Obwohl die Rebsorte seit Jahrhunderten in den vorgenannten Regionen angebaut wurde, haben die Winzer der Toskana es verstanden das Beste aus den Trauben herauszuholen und dieses Naturprodukt dementsprechend zu vermarkten. In Montalcino wurde ein bestimmter Sangiovese Klon namens B-BS 11 ausfindig gemacht, dieser hätte einen ganz besonderen Beitrag zum Brunello di Montalcino geleistet. Tatsache dürfte sein, daß konsequente Ertragsbeschränkung von 80hl/ha und mehrjähriger, behutsamer Ausbau im Holz mehr zum Gelingen beitrugen als irgend ein Klon der Sangiovese. Wobei der langwierige Ausbau im Holzfass vor allem bei schwächeren Jahrgängen nicht ganz unproblematisch sein kann, aber das ist hier nicht das Thema.

Die Eigenschaften
Die Sangiovese Traube reift langsam und spät, sie passt sich relativ leicht an unterschiedliche Böden an, ist bevorzugt geeignet für kalkhaltige Böden welche die eleganten und gleichzeitig kräftigen Aromen der Traube unterstreichen. Sangiovese gilt als Qualitätstraube mit schwarz-violetten, dünner und weicher Schale sowie einer runden, fruchtigen und fleischigen Beere. Die Trauben liefern einen trockenen, begrenzt tanninhaltigen Wein mit typischen Veilchenbouquet. Die Rebsorte kommt überwiegend bei Chianti Classico zum Einsatz, dient sortenrein als Grundlage von Brunello und Rosso di Montalcino sowie Bestandteil von etlichen IGT-Weinen. In der Neuzeit wurde vielen Chiantis reichlich Cabernet-Sauvignon beigefügt, der Super-Tuscan brüstet sich sogar offiziell mit diesem Mischungsverhältnis. Die Cuvee von Sangiovese mit der Rebsorte Montepulciano hingegen, hat in den Marken und den Abruzzen eine lange Tradition.

teaser_rebsorte_sangiovese

Sangiovese bei www.gerardo.de

Hinweis
Oft werden Weine aus Sangiovese mit dem Namen Montepulciano angeboten, was zu reichlicher Verwirrung beim Verbraucher führt. Tatsächlich ist weder im Rosso di Montepulciano noch im Vino Nobile di Montepulciano die Rebsorte Montepulciano anwesend, stattdessen werden diese Weine aus Sangiovese Trauben hergestellt. Es ist vielmehr der Ortsname Montepulciano, in der Nähe von Montalcino – gelegen in der südlichen Toskana, der dem Wein seinen Namen gegeben hat. Leider führt diese Konstellation bis heute zu Konfusion.

Weiterführende Links zum Thema