Librandi

„Ohne die Brüder Antonio und Nicodemo Librandi ist der kalabrische Weinbau gar nicht mehr vorstellbar. 60 Jahre lang bewältigen sie nun schon mit wachsendem Erfolg die hiesigen Schwierigkeiten, wobei sie die Qualitätsschiene insbesondere in den Weinbergen nie verlassen haben. Ihre bevorzugten Forschungs- und Versuchsobjekte waren die einheimischen Reben, von denen sie speziell dem Trio Gaglioppo, Magliocco und Mantonico zu einem greifbaren Schauwert verholfen haben. Der Ciro-Weinbau hat damit eine neue, zukunftsträchtige Position errreicht.“ – Slow Wine

Librandi
Seit vier Generationen beschäftigt sich der Kellereibetrieb Librandi mit dem Weinanbau. Die Flaschenabfüllung mit eigenem Firmennamen jedoch geht, dank Antonio, erst auf die fünfziger Jahre zurück. Auch wenn es sich um ein Familienunternehmen handelt, sieht der Betrieb trotzdem verschiedene Aufgaben und Verantwortungen für die Librandi Brüder vor: Antonio (Tonino) ist Geschäftsführer und leitet die Vermarktung, während Nicodemo, in Mitarbeit seiner Neffen Raffaele und Walter, sich direkt an der Erzeugung im Produktionsbereich beteiligt. Im Hause Librandi ist man den traditionellen Gewächsen Kalabriens treu geblieben – bis heute kommt die lokale Rebsorten Gaglioppo bevorzugt in den Weinen zum Einsatz. Derzeit verfügt die Kellerei Librandi über 232 Hektar in Eigenbesitz, die sich alle in der Provinz von Crotone befinden. Die wichtigste Rebsorte ist der Gaglioppo, welcher etwa 60% der Produktion abdeckt, gefolgt von Magliocco und Greco bianco (alles einheimische Rebsorten). Unter den Weinen konzentriert sich die Produktion auf den Cirò DOC (in seinen drei Spielarten: Rosso, Rosato und Bianco) sowie Melissa DOC (rosso & bianco) und Val di Neto IGT. Die Produktion, welche gegenwärtig cirka 2,5 Millionen Flaschen beträgt, wird zu 50% exportiert. Die Länder mit der stärksten Nachfrage sind Deutschland, die Vereinigten Staaten, Japan, die Schweiz, Kanada und Brasilien. Die andere Hälfte der Produktion wird innerhalb Italiens vertrieben.

Die Cirò Pioniere
Die Gebrüder Librandi waren die ersten, die in Deutschland die Cirò-Weine aus Kalabrien präsentierten und damit bekannt machten. In den Jahren um 1960/70 wurden hauptsächlich die nach Deutschland ausgewanderten Landsleute beliefert, die kalabresischen Gastarbeiter, die ihre ersten Pizzerien hier eröffneten. „Das italienische Weindepot“ in Garmisch-Partenkirchen war von Anfang an mit dabei. Inzwischen ist aus Librandi eine starke Marke geworden und in besonders ausgeprägter Weise das Synonym für den kalabresischen Wein. Die Weinbereitung und die Keller wurden modernisiert, so dass aus dem damals recht ursprünglichen und rustikalen Wein ein moderner Repräsentant Kalabriens geworden ist.

teaser_librandi Librandi bei www.gerardo.de

Landwirtschaft Kalabriens
Orangenhaine, Olivenplantagen und Weinberge bereichern das Bild dieser friedlichen Region, die überwiegend von Gebirgsmassiven beherrscht wird. Mit seinem heißen Klima und den zum Teil hoch gelegenen Weinbergen besitzt Kalabrien ein hervorragendes Potential für den Weinbau. Den Weinbau brachten allerdings die Griechen in die Magna Graecia (lat. für großes Griechenland, u.a. die griechischen Regionen im antiken Süditalien), zu der auch Kalabrien gehörte. Meist kleinere Erzeuger nutzen das Potential Kalabriens um hochwertigen Wein in überschaubaren Mengen zu erzeugen, auch Librandi hat einmal so angefangen.

Das Rezept des Cirò
In den Gemeinden Cirò und Cirò Marina sowie in den Weingärten der Gemeinden von Crucoli und Melissa in der Provinz Messina, gedeihen die Weine des Cirò Bianco und des Cirò Rosso. Der Cirò Bianco wird zu 90-100% aus der Greco Bianco gekeltert. Er hat ein unterschiedlich ausgeprägtes Strohgelb, einen typischen aromatischen Geruch, ist delikat, weinig, trocken, glatt, ausgewogen und charakteristisch. Der Cirò Rosso wird aus der roten Galioppo zu 95-100% gekeltert. Er hat ein kräftiges Rubinrot, ein intensives weniges , delikates Bukett. Er ist trocken, körperreich, warm und weich, ist kraftvoll und fein strukturiert mit viel Tiefe.

In memoriam di Tonino Librandi
Während der Deutschlandreise von Nicodemo Librandi im Oktober 2012, er besuchte uns gerarde, verstarb sein Bruder Tonino 80-jährig am 27.10.12 in Cirò Marina. Der studierte Architekt, der beispielhafte Winzer und Unternehmer, war immer in perfekter Übereinstimmung mit seinem Bruder Nicodemo gewesen. Tonino trug zur Entwicklung des Hauses Librandi maßgeblich bei.

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