Dolcetto – die Volkstraube (Teil 2 von 2)

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„Dolcetto – Die typisch piemontesische Varietät wird in der Langhe, in den Hügeln von Monferrato sowie in den Gemarkungen von Acqui und Ovada angebaut. Der Dolcetto findet in geschmeidigen, trockenen Rotweinen von moderater Säure und mittlerem Tannin seinen Ausdruck.“

Dolceto delle Langhe Monreagalesi
Dem aus dem Gebiet von Alba ähnlich ist der Dolcetto delle Langhe Monreagalesi, dessen Rebflächen sich über eine charakteristische, „Langhe“ genannte, Gebietszone der Provinz Cuneo erstrecken. Der Ursprung des Namens „Langhe“ ist umstritten: er könnte sowohl Landzunge als auch Brachland oder auch Land der Ligurier bedeuten. Konkret handelt es sich um die Gesamtheit von spitzkämmigen Hügeln und tiefen, parallel verlaufenden Tälern, die von Wildbächen tief ausgegraben wurden.

Dolcetto di Diano d’Alba
Der im Territorium der gleichnamigen Gemeinde gekelterte Dolcetto di Diano d’Alba zeichnet sich aus durch sein lebhaft intensives Rubinrot, das zu Purpur tendiert. Bei Tisch wird er zu edlem Geflügel und zu Kalbs- und Schweinebraten vorgezogen. Der „Superiore“ hat eine mindest einjährige Lagerzeit und 12,5 Grad Alkohol.

Dolcetto di Dogliani
In einem von bekannten Ökonomieexperten und italienischen Staatspräsidenten der fünfziger Jahre, Luigi Einaudi, bevorzugten Bezirk, keltert man den Dolcetto di Dogliani, der sich von ähnlichen Weinen nur durch gewisse Nuancen unterscheidet, die auschließlich für Experten piemontesischer Weine zu erkennen sind. Er besitzt guten Körper und Harmonie, ist delikat und angenehm und begleitet hervorragend ein erlesenens Mahl, vor allem die typischen Gerichte der alten traditionellen Küche des Piemonts.

Dolcetto di Ovada
Die lange Liste der Dolcetti beschließt der Dolcetto di Ovada, der im Gebiet Alessandrias im Osten Piemonts, angrenzend an Ligurien gekeltert wird. Auch hier haben wir einen trockenen Roten, mit mandeliger Geschmacksnuance; bevorzugt zu hellem und dunklem Fleisch. Nach längerer Reife begleitet auch Wildgerichte.

Dolcetto bei www.gerardo.de

Dolcetto – Primadonna im Weinberg
„Der Name hat schon machen unkundigen Weinfreund verwirrt. Der Dolcetto ist kein lieblicher oder gar süßer Wein – wie der Wortbestandteil Dolce vermuten lassen könnte. Der Wein ist vielmehr trocken, fruchtig und feinbitter, von tiefdunkler rubinroter Farbe mit violetten Reflexen. Und dennoch weist das Adjektiv dolce in die richtige Richtung: Die Dolcetto-Beeren sind zuckersüß, sie eignen sich – besser als die anderen Traubensorten – gut zum Essen. So schmackhaft die Trauben auch sind und so unkompliziert der Zugang zu diesem Wein auch ist, so schwierig ist es doch, aus den Trauben einen fehlerfreien Wein zu keltern“ – Horst Dohm, Flaschenpost aus Piemont

„Da Dolcetto vier Wochen früher reift als der majestätische Nebbiolo, bietet er den Winzern die Möglichkeit, auch weniger günstige Lagen zu nutzen und dadurch ihre Einkünfte zu verbessern. So wird in den wertvollen bereichen Barolo und Barbaresco kaum je Dolcetto in Südlage gepflanzt. Die Winzer im DOC Bereich Dolcetto d’Alba, wo viele der feinsten Dolcetto Weine wachsen, sind übereinstimmend der Auffassung, daß die Sorte den charakteristischen weißen Mergel auf dem rechten Ufer des Tanaro bevorzugt und auf schweren Böden keine erstklassigen Ergebnisse erbringen kann.“
– Das Oxford Wein Lexikon