Dolcetto – die Volkstraube (Teil 1 von 2)

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Dolcetto – Die typisch piemontesische Varietät wird in der Langhe, in den Hügeln von Monferrato sowie in den Gemarkungen von Acqui und Ovada angebaut. Der Dolcetto findet in geschmeidigen, trockenen Rotweinen von moderater Säure und mittlerem Tannin seinen Ausdruck.

Die Dolcetto Familie
Wir betreten nun das Reich der sieben Dolcetti, alle mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung und alle aus der Dolcetto-Traube, die für Piemont typisch ist. Der Name (dolce = süß) ließe auf einen Süsswein schließen, was jedoch keineswegs zutrifft, denn er leitet sich aus der Dialektbezeichnung „dosset“ ab, was „dosso“, Hügelrücken bedeutet, da diese Rebsorte die Kuppen des welligen Hügelbodens dieser fruchtbaren und panoramisch äusserst interessanten Zone vorzieht.

Dolcetto d’Acqui
In Acqui Terme und Umgebung keltert man den Dolcetto d’Acqui, intensiv rubinrot, delikat weinig und fruchtig im Aroma und von angenehm bitter anklingendem Geschmack. Hervorragend zu gemischten Wurst- und Selchwaren, zu herzhaften Nudel- und Reisgerichten und verschiedenen Flesichspeisen, auch im Saft. Ein Wein, der wie alle Dolcetti vor allem jung zu trinken ist, wenn er auch gute Widerstandsfähigkeit aufweist.

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Dolcetto d’Alba
Dasselbe gilt daher auch für den Dolcetto d’Alba, der in Alba und zirka dreißig umliegenden Gemeinden produziert wird. Es ist der bestbekannteste und daher stolzeste unter den Dolcetto’s, und wird als önologisch originellster Ausdruck des Langhegebietes angesehen. Er paßt vor allem zu den typischen Zwischengerichten der piemontesischen Küche, wie „Rohfleisch auf Albi Art“, „Huhn à la Marengo“ und die „batsuà“, entbeinte und gebackene Schweinsfüßchen.

Dolcetto d’Asti
Mehr oder weniger dasselbe gilt für den Dolcetto d’Asti, der in einer breiten Zone der Hügel von Asti gekeltert wird, die dieser Rebsorte besonders entgegenkommt, da ihre vegetative Lebenskraft durch die ihr eigene klimatische Empfindlichkeit etwas unter dem Durchschnitt liegt. Nach einjähriger Lagerzeit und einem Mindestalkoholgehalt von 12 Graden wird er zum Dolcetto „Superiore“.

Dolceto delle Langhe Monreagalesi
Dem aus dem Gebiet von Alba ähnlich ist der Dolcetto delle Langhe Monreagalesi, dessen Rebflächen sich über eine charakteristische, „Langhe“ genannte, Gebietszone der Provinz Cuneo erstrecken. Der Ursprung des Namens „Langhe“ ist umstritten: er könnte sowohl Landzunge als auch Brachland oder auch Land der Ligurier bedeuten. Konkret handelt es sich um die Gesamtheit von spitzkämmigen Hügeln und tiefen, parallel verlaufenden Tälern, die von Wildbächen tief ausgegraben wurden.

Dolcetto di Diano d’Alba
Der im Territorium der gleichnamigen Gemeinde gekelterte Dolcetto di Diano d’Alba zeichnet sich aus durch sein lebhaft intensives Rubinrot, das zu Purpur tendiert. Bei Tisch wird er zu edlem Geflügel und zu Kalbs- und Schweinebraten vorgezogen. Der „Superiore“ hat eine mindest einjährige Lagerzeit und 12,5 Grad Alkohol.

Dolcetto di Dogliani
In einem von bekannten Ökonomieexperten und italienischen Staatspräsidenten der fünfziger Jahre, Luigi Einaudi, bevorzugten Bezirk, keltert man den Dolcetto di Dogliani, der sich von ähnlichen Weinen nur durch gewisse Nuancen unterscheidet, die auschließlich für Experten piemontesischer Weine zu erkennen sind. Er besitzt guten Körper und Harmonie, ist delikat und angenehm und begleitet hervorragend ein erlesenens Mahl, vor allem die typischen Gerichte der alten traditionellen Küche des Piemonts.

Dolcetto di Ovada
Die lange Liste der Dolcetti beschließt der Dolcetto di Ovada, der im Gebiet Alessandrias im Osten Piemonts, angrenzend an Ligurien gekeltert wird. Auch hier haben wir einen trockenen Roten, mit mandeliger Geschmacksnuance; bevorzugt zu hellem und dunklem Fleisch. Nach längerer Reife begleitet auch Wildgerichte.