Casa d‘ Ambra

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„In einem Weinhaus mit einer über 100 Jahre alten Geschichte bedeuten Veränderungen immer auch einen Aufbruch in die Zukunft. In den letzten Jahren hat Andrea d“Ambra eine Reihe von Experimenten mit Reben vom Ägäischen Meer durchgeführt, er erwarb Grundstücke in der Calitto-Zone, und er konzipierte eine zweite Verkaufsreihe, um neue Stilrichtungen auszuprobieren. Doch den größten Effekt erzielte er sicher mit dem neuen Styling der klassischen Etiketten im Hause D’Ambra.“ – Gambero Rosso

Insel Ischia
Die Beziehung zwischen Ischias Weinbau und dem Meer ist jahrhundertealt und heute genauso innig wie damals.  Zahlreiche Überschneidungen beeinflussen einander wie z.B. der Warentransport zum Festland, die Vinacciere oder auch Varcelle (= spezielle Segelschiffe) oder der Fakt, dass sich sämtliche Weinberge der Insel an die steinernen Küstenwände (genannt Parracine) klammern. Diese wie dünne, grüne Arme anmutende Rebberge prägen das Bild der gesamten Insel und sind damals wie heute nur sehr schwer, und auschliesslich in Handarbeit zu bewirtschaften. Weinmachen ist Familientradition auf Ischia, eine die nur durch Aufopferung und Hingabe erhalten werden kann. Die ersten Generationen der Inselbwohner wussten was Ihnen ihre Rebbestände wert waren, und Produzenten der Gegenwart wie z.b. Casa d’Ambra wissen das auch heute noch. Sie arbeiten hart daran das die Beziehung zwischen Meer und Reben auch morgen noch Bestand hat.

Casa d‘ Ambra
Ischia ist so reich an Trauben und Rebstöcken, das die Insel seit der Antike als verlässlicher Weinlieferant gilt. Untersuchungen ergaben, dass sogar der Name „Ischia“ eng mit dem Weinbau verknüpft ist: Die Römer nannten die Insel „Aenaria“, was wiederum von dem griechischen Wort „oinaria“ abgeleitet wurde. Es bedeutet soviel wie „Land der Reben und Trauben“. Auch nannten Sie die Insel „Inarim“ was laut den Poeten Virgilio und Ovido soviel wie „Traube“ bedeutet. Ein weiterer, unumstößlicher Beweis ist eine Inschrift auf dem Nestorbecher, ein Artefakt welches 1954 auf der Insel geborgen wurde. Die Schriftzeichen loben den örtlichen Wein und zeigen, das die Griechen bereits im 8ten Jahrhundert vor Christus Reben auf Ischia kultivierten. Die wunderschöne, vulkanische Landschaft sowie das mediterrane Klima prägen den Weinbau der Insel nachhaltig. Auch der Boden hat starken Einfluss auf die Qualität der Produkte, vor allem in der Gegend um Monte Epomeo, wo sich hauptsächlich vulkanischer Grünsteintuff findet.

teaser_ambraCasa d' Ambra bei www.gerardo.de

Angeli matti – die verrückten Engel
Die geographische Isolation trägt ihren Teil zum einzigartigen Klima, der Geschichte und den kulturellen Charakteristiken bei, die sich auf jeder Insel entwickeln. Weinmachen auf Ischia ist somit nicht nur ein Einkommen, sondern es schützt die Landschaft und führt ethische und kulturelle Traditionen fort.  Die Schwierigkeiten derer sich Ischia-Winzer ausgesetzt sehen, sind nicht an die Landschaft allein gebunden – auch sozio-ökonomische Fakten erschweren die Arbeit. All diese Faktoren führen dazu, dass der Weinbau auf Ischia nur mit immens hohem Arbeitsaufwand und regelmäßigen Investitionen bewerkstelligt werden kann. Unter ihren Kollegen und der Fachpresse haben sich die Inselwinzer somit schon lange den Namen als „angeli matti“ – verrückte Engel eingehandelt. Denn verrückt muss man sein, möchte man heute Weinbau auf Ischia betreiben – und ein Engel, alles dafür zu geben die Insel im Einklang mit der Natur zu bewirtschaften.

Abenteuer Ernte
Die Ernte auf Ischia findet zwischen dem 20. September und dem 10. Oktober statt, obwohl einige Rebsorten in bestimmten Lagen etwas früher oder später ausreifen – was natürlich individuell berücksichtigt wird. Alle Trauben auf Ischia werden in mühevoller Handarbeit geerntet und anschliessend in kleinen Kisten abtransportiert um Beschädigungen zu vermeiden. Viele fleisige Hände sind nötig um alle Rebberge zeitnah abzuernten, das Traubenmaterial wird zudem oft mit sogenannten monorotaia (winzige Einschienenbahnen) direkt in den Weinkellerei transportiert, da ein ständiger Auf- und Abstieg für die Ernter zu zeit- und arbeitsaufwändig wäre. Die Vinifikation und der Ausbau durch d’Ambra verstärkt das Hauptmerkmal der Ischia Weine noch weiter: Das delikate Bouquet und das angehme Mandelaroma welches die Ischia Weine zu den mitunter begehrtesten Weissweinen machen. Bereits 1966 erhielten die Ischia Weine das DOC Siegel aufgrund einer Anfrage von Marios Brüdern Michele und Salvatore. In neuerer Zeit haben auch die reinsortigen Weine aus autochthonen Rebsorten wie Biancolella, Forastera und Per‘ e Palummo dieses Qualitätssiegel erhalten.

Die Weinproduktion
Am Fuße des Monte Epomeo, unterhalb eines spektakulären natürlichen Amphieteathers liegt das moderne Gebäude mit Temperatur-kontrolliertem Gärkeller – das Herzstück von Casa d’Ambra. Auf einer Fläche von 3.500 Quadratmetern wird hier sämtliches Traubenmaterial zusammengeführt und  der zweite Teil der Weinbereitung beginnt: Vergärung und Ausbau. Alle wesentlichen Arbeitsschritte werden hier durchgeführt, wo kurze Wege ein effizientes Arbeiten ermöglichen: Die Vergärung im Edelstahltank, der Ausbau der Rotweine in kleinen und grossen Holzfässern, die Abfüllung sowie die weitere Reifung auf der Flasche bis zur Freigabe für den Markt. Die tägliche Produktionskapazität liegt bei maximal 80 Tonnen für die Weissweine und 25 Tonnen für die Rotweine. Die Edelstahltank haben ein Fassungsvermögen von maximal 10.000 Hektoliter, in den Barriquefässern können höchstens 300 Hektoliter reifen. Casa d’Ambra ist die älteste und größte Weinkellerei der Insel Ischia, ein hochkomplexes Unternehmen. Die jährliche Ernte, bei welcher die Trauben von über 100 verschiedenen Reblagen gesammelt werden müssen, entspricht einer logistischen Meisterleistung. All diese Faktoren zusammen ergeben echte Steillagenweine von allerhöchster Wertigkeit.

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