Barbera – Rotwein des Piemont (2/2)

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„Die Barbera ist eine der interessantesten Rebsorten des Piemont und eine der potenzialreichsten Italiens. Trotzdem wurde die Barbera bis in die Neuzeit oft verkannt und hoffnungslos unterschätzt. Bei Rebflächen mit kurzem Anschnitt, also niedrigem Ertrag und sorgfältiger Lese, erhält man extrakt- und körperreiche Rotweine. Die Weine sind meist fruchtbetont, habe eine lebendige Säure und wenig Tannin.“

Barbera d’Asti
Nun kommen wir auf den bestbekannten Barbera d’Asti zu sprechen, der in fast der gesamten Provinz Asti hergestellt wird. Seine Farbe wechselt von intensivem Rubinrot bis zu Granatrot. Sein weiniges Aroma ruft Erinnerungen an Weichselkirschen wach. Es ist ein heiterer, lebhafter und schlanker Wein, trocken, angenehm und harmonisch. Also ein würziger, abgerundeter DOC-Wein welcher gern ein gesamtes Mahl begleitet. Dieser Barbera ist vielseitig und zu allen Fleischgerichten – gebraten, gedünstet, geschmort – und Sorten geeignet. Er muß mindestens ein Jahr lagern, doch wichtiger ist die Kelterung des Weines, die – wenn perfekt durchgeführt – Spitzenergebnisse hervorbringt, vor allem in Costiglione d’Asti, Belveglio, Grana und Moncalvo. Dieser Wein wird auschließlich aus Trauben der für das Astigebiet typischen und uralten Sorte Barbera gekeltert.

Barbera del Monferrato

Im Oberen und Unteren Monferrato und in den Gebieten von Asti und Alessandria produziert man den Barbera del Monferrato; einen dem Barbera d’Asti ähnlichen DOC-Wein, dessen Besonderheit darin liegt, daß außer der Haupttraube Barbera auch Grignolino und Dolcetto, je eine Sorte oder beide zusammen, bis zu einem Maximum von 15 Prozent hinzugefügt werden kann. Einige unter diesen Barbera di Monferrato sind jung zu trinken, und es besteht auch keine Vorschrift zur Lagerung; andere wieder verlangen eine längere Reifezeit, um ihr angenehmes Bukett und ihren einladenden Geschmack besser entwickeln zu können, der besonders gut Zwischengerichte mit Fleisch (auch vom Schwein) und zu gemischte Selch- und Wurstgerichte mit Sauerkrautbeilage begleitet.

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Colli Tortonesi Barbera

Das Dreigestirn der piemontesischen DOC-Barberas vervollständigt der Colli Tortonesi Barbera, der in einem Grenzgebiet zwischen Piemont, Lombardei (Oltrepo Pavese) und Ligurien hergestellt wird. Seine Eigenschaften: Mehr oder weniger intensives Rubinrot, delikat weiniger Geruch, im Geschmack trocken, frisch, lebhaft und würzig. Feiner Begleiter aller Braten von rotem oder hellem Fleisch und von ausgereiften Käsesorten. Schmeckt auch bestens zu Wurst-Vorspeisen und zu Schmorgerichten.

Barbera und Speisen
Der Barbera gilt zurecht als äusserst vielseitiger Wein und die Bandbreite der passenden Speisen und Gelegenheiten ist enorm. Zu Antipasti nach italienischer Art passt ein frischer, entfettender, duftintensiver Barbera del Monferrato. Aufgrund seiner entfettenden Wirkung, kann dieser Wein auch zu schwereren Gerichten wie Mailändische Cassoleula oder Schweinefuß mit Linsen getrunken werden. Mit Fleisch gefüllte Pasta-Gerichte wie Agnolotti, Ravioli und Tortellini sollte hingegen ein samtiger, ausgeglichener und keineswegs kantiger Barbera d’Alba begleiten, welcher den Geschmack der Speisen nicht übertönt. Der Barbera d’Alba passt selbstverständlich auch zu Fleischgerichten, auch wenn die Wahl in diesem Fall eher auf den vornehmlich in Barrique gereiften Barbera d’Asti fallen sollte. Dieser Wein weiß sowohl Schmorbraten als auch Eintopf zu unterstreichen. Der Barbera kann zudem zu allen Käsesorten serviert werden, doch gilt es den jeweils geeignetsten auszuwählen. Natürlich passen zu Frischkäse am besten junge Weine, doch in Verbindung mit geschmacksintensiven und dominanten Käsesorten kann man nicht selten Überraschungen erleben. Es sind all diese Kombinationen, die den Barbera so unglaublich vielseitig und reizvoll machen.